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Aktuelle Beiträge

  • Spitzkunnersdorfer bauen für Neiße-Paddler
    Das Projekt „Abenteuer Neiße“ nimmt Gestalt an: In dieser Woche haben die Bauarbeiten für den ersten Ein- und Ausstieg am Neißeufer für Paddeltouren auf der Neiße am Standort Hirschfelde/Rosenthal begonnen. Zwei weitere Ein- und Ausstiege entstehen anschließend an den Standorten Lodenau und Sagar. Mit den Bauarbeiten beauftragt ist die Zimmerei Baum aus Spitzkunnersdorf. Darüber informiert das Landratsamt in Görlitz. An dem grenzüberschreitenden Tourismusgroßprojekt „Abenteuer Neiße“ wurde seit vielen Jahren gearbeitet, um alle rechtlichen Voraussetzungen hierfür zu schaffen.
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  • Baubeginn bei "Abenteuer Neiße"
    Die zweite Etappe des grenzüberschreitenden Tourismusgroßprojekts "Abenteuer Neiße" nimmt Gestalt an. Unter Federführung des Landkreises Görlitz als sohenannter Lead-Partner wollen die Kulturinsel Einsiedel als deutscher Partner und in Polen der Landkreis Zgorzelec, der Landkreis Sorau (Zary), die Gemeinde und die Stadt Zgorzelec und die Stadt Penzig (Piensk). Im Wesentlichen sollen eine ganze Reihe von Ein- und Ausstiegsstellen für Neißepaddler gebaut und die Infrastruktur für den Fahrradtourismus gestärkt werden.
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  • Operation Umgebindehaus
    Laut kreischt die Handkreissäge in der schönsten Herbstsonne. Jan Wehnert, von Beruf Zimmermann, sägt den letzten Zentimeter am Brett ab, damit es als Verkleidung unter das Fenster passt. Noch kurz mit Schleifpapier drübergegangen und er kann es mit Zimmerermeister Thomas Baum festnageln. In den letzten Wochen haben die beiden mit ihren Kollegen schon viel geschafft am ältesten Umgebindehaus von Seifhennersdorf am Weißeweg. „Das Haus wurde 1614 gebaut und ist damit das zweitälteste Umgebindehaus überhaupt. Das älteste ist das Hugenottenhaus in…
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Operation Umgebindehaus

Laut kreischt die Handkreissäge in der schönsten Herbstsonne. Jan Wehnert, von Beruf Zimmermann, sägt den letzten Zentimeter am Brett ab, damit es als Verkleidung unter das Fenster passt. Noch kurz mit Schleifpapier drübergegangen und er kann es mit Zimmerermeister Thomas Baum festnageln. In den letzten Wochen haben die beiden mit ihren Kollegen schon viel geschafft am ältesten Umgebindehaus von Seifhennersdorf am Weißeweg.

„Das Haus wurde 1614 gebaut und ist damit das zweitälteste Umgebindehaus überhaupt. Das älteste ist das Hugenottenhaus in Ebersbach von 1602“, weiß Jürgen Cieslak, der dem 14-köpfigen Verein Am Weißeweg vorsteht. Dieser hatte sich zur Rettung des Unikums voriges Jahr gegründet. Experten bis aus Dresden und Prag hätten sich das Gebäude bereits angesehen und seien von der Einmaligkeit überzeugt. Die Besitzer, die in Gera wohnen, wollten das Haus ursprünglich wegreißen lassen, was sie nun laut Auflage nicht mehr dürfen. Sie gaben dem Verein aber die Vollmachten, sich um den Erhalt zu kümmern. „Sobald wir das Geld zusammen haben, kaufen wir das Haus“, sagt der Vereinschef. Der Spendenaufruf dazu steht auf der Internetseite der Stiftung Umgebindehäuser.

Weil das steinalte Gebäude am Weißeweg in der Augustflut 2010 einen halben Meter unter Wasser stand, greift für den ersten Teil der Sanierung, für den 27 000 Euro veranschlagt sind, zu 85 Prozent der Fluthilfefonds des Landes Sachsen. Für die verbleibenden Eigenmittel springt die Stiftung Umgebindehaus ein. „Das Areal am Weißeweg war noch Sumpfgebiet, als das Haus gebaut wurde“, sagt Cieslak. Wegen des nassen Untergrunds musste jetzt die Firma Koch aus Seifhennersdorf das Fundament 1,20 Meter in der Erde erneuern. Dazu war das Haus im Ganzen aufgebockt worden.

Bauland in Böhmen

Als dieses Umgebindehaus, so Cieslak, vor dem 30-jährigen Krieg gebaut wurde, gehörte es noch zu Böhmen. Das war auch die Zeit, als sich die ersten Häusler unterhalb der Bauerngehöfte in der Flussaue niederließen. Dann erst wurde Seifhennersdorf allmählich ein Weberdorf. „Sicher ist, dass das Dach mit Stroh gedeckt war“, sagt Cieslak. Das Haus habe alle großen wirtschaftlichen Umbrüche der letzten fast 400 Jahre mitgemacht: Von der Industrialisierung um 1870 bis zur „Deindustrialisierung“ nach der Wende, sagt Cieslak. Bewohnt war es bis vor fünfzehn Jahren.

Für die so genannte Verbrettung verwenden die Fachleute 150 Jahre altes Holz. Der Zustand soll schließlich so original wie möglich gehalten werden. Das macht heute kaum einer, denn der enthaltene Sand, Nägel und Dreck lassen beim Bearbeiten viele Maschinen kaputt gehen. Chefzimmerer Jürgen Baum sagt: „Beim Abriss von Gebäuden versuchen wir immer, solches Holz mit zu bergen.“ Der Grobzuschnitt wird in der Werkstatt in Spitzkunnersdorf erledigt, die eine der wenigen in der Region ist, die sich auf die originalgetreue Sanierung von Umgebindehäusern spezialisiert hat. Vor Ort hobeln die Handwerker nur die Feinheiten zurecht.

Das neue Fundament und die sanierten Balken der Blockstube sind aber erst die Anfänge dessen, was sich der Verein vorgenommen hat. Die nächsten Wochen werden richtig arbeitsintensiv. Weitere Fördermittelanträge müssen ausgearbeitet werden, denn der Oberstock und das Dach müssen unbedingt saniert werden. Das wird über 100000 Euro kosten. Cieslak erklärt: „Der Dachstuhl von 1614 ist sehr kaputt.“ Da die Auflage ist, keine neue Substanz hineinzubringen, werden die alten, bestehenden Balken nur durch neues Gebälk gestützt werden. Noch vor dem Winter muss der Verein nun wenigstens die Notsicherung des Dachs, in das es bereits an einigen Stellen einregnet, stemmen. Der Gemeinderat stehe, sagt Cieslak, leider schon von Anfang an nicht mehrheitlich hinter dem Vorhaben.

Das Endziel, was aber noch in weiter Ferne liegt, ist, das Gebäude ein „Schauhaus“ werden zu lassen. Eine Option dort wird dann sein, das Selbstversorgerleben darzustellen – zum Beispiel mit Tieren und Bauerngarten. Ob es sich sogar bewerkstelligen lassen wird, wenigstens ab und zu eine Art „Lebendige Skanzen“ mit Spinnerin und tanzenden Mädchen einzurichten, wird sich zeigen. Das Haus soll die Lebensumstände um 1900 repräsentieren, obwohl sich Bauzeugnisse vieler Zeiten finden. Diskutiert wird nur noch, aus welcher Zeit der Ofen eingebaut wird. Außerdem steht noch nicht fest, ob ein Lehm- oder Dielenfußboden hineinkommen wird. Vorbildfunktion hat das Haus jetzt schon. Cieslak weiß, dass öfter junge Leute vorbeigucken, die eine Anregung brauchen, wie sie ihr eigenes Umgebindehaus fachgerecht sanieren lassen können.

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Von Katja Zimmermann
Donnerstag, 10. November 2011
(Sächsische Zeitung)